Unser Auftrag ist Bildung

Bildung ist mehr als Lehre. Bildung ist ein ganzheitlicher und individueller Entwicklungsprozess.

Medizinstudenten entfalten im gemeinsamen Lernen mit ihrem Professor ihre Talente

Die Individualität gilt im doppelten Sinne: Erstens ist das Individuum in seiner Einzigartigkeit der Gegenstand dieses Prozesses, weshalb keine zwei Entwicklungsprozesse identisch verlaufen. Jeder startet mit einer einzigartigen Kombination aus Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen. Jeder benötigt und erhält unterschiedliche Impulse und geht einen eigenen Weg. Jeder endet – soweit man Zwischenstationen auf diesem Weg ausmachen möchte – wiederum mit einer einzigartigen Kombination aus Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen.

Zweitens handelt es sich bei dem Entwicklungsprozess um einen individuellen Prozess, insofern er durch das Individuum selbst gesteuert und durchlaufen wird. Bildung benötigt zwar Impulse von außen, ist aber dennoch ein innerer Prozess, der nur vom Individuum selbst absolviert werden kann.

Bildung anstelle bloßer Lehre bedeutet auf der Basis unseres christlichen Menschenbildes also, den Studenten nicht als zu formendes Objekt zu betrachten, sondern als ein freies und eigenverantwortliches Individuum, das wir bei der Entwicklung seiner Talente und Persönlichkeit begleiten.

Dies entspricht dem eigentlichen Daseinszweck einer Universität, welcher nicht in der Selektion, sondern in der Förderung und Befähigung der Studenten liegt.

Wir prägen daher statt einer dozenten- und prüfungszentrierten eine inklusive studentenzentrierte Kultur des partizipativen Umgangs auf Augenhöhe.

In diesem Rahmen können die Studenten ihr Potential optimal entfalten.

Exzellenz in Theorie und Praxis

Dafür bedarf es zudem exzellenter Lehre in Theorie in Praxis. Dementsprechend ist unser Anspruch, perspektivisch zu den besten medizinischen Fakultäten zu zählen.

Kleingruppe von Medizinstudenten erarbeitet mit einem Arzt Bildung und Kompetenz am praxisnahen Fall

Wir alle erwarten von unseren Ärzten eine bestmögliche Behandlung – schließlich geht es um unsere Gesundheit. Doch diese hohen Ansprüche können sich nicht nur an die Ärzte richten. Ebenso muss die Ausbildung der angehenden Ärzte höchsten Ansprüchen genügen, damit aus ihr Ärzte hervorgehen, in deren Hände man sein Leben vertrauensvoll legen kann. Wenn es um Menschen(-leben) geht, kann Exzellenz nur eine Mindestanforderung sein.

Die Neugründung öffnet den Raum, alles zu prüfen und den gesamten Studiengang entsprechend des aktuellen Stands der Wissenschaft in der Medizindidaktik bestmöglich zu konzipieren – doch stets mit der Verantwortung für die berufliche Zukunft der Studenten und auch deren künftige Patienten im Blick.

Es handelt sich somit nicht um einen experimentellen Studiengang, sondern um die Umsetzung wissenschaftlich gut untersuchter und bewährter Konzepte. Diese werden jedoch auf der Basis des gesicherten Kenntnisstandes der Medizindidaktik graduell weiterentwickelt und ergänzt. Dafür bedarf es einer engmaschigen Evaluation in Echtzeit, um Probleme oder Potentiale frühzeitig zu erkennen, und eines flexiblen Rahmens, um entsprechende Anpassungen zeitnah vornehmen zu können.

Das zentrale Kriterium für die exzellente Qualität der Lehre ist, ob es gelingt exzellente praktizierende Ärzte hervorzubringen. Ziel ist es folglich, den Studenten alle für die Praxis nötigen Kompetenzen in einer Weise zu vermitteln, das diese praktisch anwendbar sind.

Dies gilt einerseits für die fachlichen Inhalte, die nicht als theoretisches Wissen, sondern verknüpft und entkapsuliert als anwendbare Kompetenzen vermittelt werden. Andererseits gilt dies ebenso für sonstige praxisrelevante Kompetenzen.

Besonderes Augenmerk gilt erstens Selbstmanagement und Selbstfürsorge – Schlüsselqualifikationen, um einem herausfordernden Berufsalltag dauerhaft gewachsen zu sein.

Zweitens soziale Kompetenzen wie Kommunikation und Zusammenarbeit, die im ärztlichen Alltag omnipräsent sind. Diese Kompetenzen können in der Theorie begriffen und reflektiert werden, müssen aber in der Praxis, mithin im Umgang mit anderen, erworben und verfeinert werden.

Drittens gilt es die Studenten an ihre Rolle als künftige Verantwortungsträger heranzuführen, die unter herausfordernden Bedingungen fachlich und ethisch fundierte Entscheidungen treffen können.

Exzellente Lehre hat somit nicht nur fachliche Inhalte als praktisch anwendbare Kompetenzen zu vermitteln, sondern auch persönliche Reife zu fördern.

Exzellenz im Miteinander

Doch Exzellenz ist nicht nur der Anspruch an Theorie und Praxis, sondern auch im Umgang miteinander.

Professor und Medizinstudent im Gespräch auf Augenhöhe über die Entwicklung seines Potentials

Wir müssen uns dabei stets bewusst sein, dass wir als Christen den Menschen nicht abstrakt und allgemein dienen, sondern ganz konkret dem Nächsten. Dieser konkrete Mensch ist im Kontext des konzipierten Studiengangs in aller Regel ein Medizinstudent. Ebenso gilt es nicht das Potential eines Durchschnittsstudenten zu entfalten, sondern das individuelle Potential jedes einzelnen Studenten.

Um individuelle Talente und Persönlichkeiten optimal zu entwickeln, muss das Individuum ernst genommen werden. Dafür müssen wir den Studenten auf Augenhöhe begegnen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, den Studenten eigene Entscheidungen zuzutrauen und entsprechend selbst die Verantwortung für ihren Lernprozess zu überantworten, wofür wir ihnen im Studium größtmögliche Freiheit bieten. Vertrauen und Zutrauen sind Formen der Wertschätzung für die Studenten, die wir weitergeben und vorleben möchten.

Auch vor dem Hintergrund, dass wir von Ärzten erwarten, dass sie wertschätzend mit Patienten, Angehörigen und idealerweise auch Mitarbeitern umgehen, sollte ein wertschätzender Umgang mit den angehenden Ärzten selbstverständlich sein. Wertschätzung zeigt sich auch darin, einen studenten- oder allgemeiner menschenfreundlichen Rahmen zu gestalten.

Menschen benötigen Verbundenheit. Menschen lernen von Menschen und mit Menschen. Die soziale Einbettung des Lernprozesses ist essentiell. Diese Einbettung ist in großen Gruppen nicht gegeben, sondern benötigt die direkte Interaktion und ein Mindestmaß an zwischenmenschlichen Beziehungen.

Zudem gilt es die Ressourcen der Studenten im Blick zu behalten. Das Studium der Humanmedizin verlangt Einsatz und Disziplin. Doch unser Anspruch muss es sein, diese Investitionen der Studenten in ihre Zukunft nur dort erforderlich zu machen, wo sie dem Ziel des Studiums dienlich sind.

Gleichzeitig sind Selbstfürsorge hinsichtlich der körperlichen und mentalen Gesundheit sowie Selbstmanagement als Schlüsselqualifikationen eines herausfordernden Berufsalltags zentrale Studieninhalte, die es zudem bereits im Studium ermöglichen, Bestleistung abzurufen ohne sich zu verausgaben.

Ressourcen für das Wesentliche

Arzt im Gespräch mit einer Patientin am Krankenbett – Bildung, die Talent und Potential trägt

Statt also jahrelang um einen Studienplatz zu kämpfen und sich danach mit sinnloser Bürokratie und veralteten Lernmethoden abzumühen, ermöglichen wir es den Studenten, ihre Ressourcen auf das Wesentliche zu konzentrieren, um ihr volles Potential ausschöpfen zu können.

Dabei geht es allerdings nicht bloß um eine effizientere Ressourcenverteilung. Ein wesentliches Anliegen bei der Ausgestaltung des Studiums ist es, den in aller Regel hochmotivierten Studienanfänger die Freude an der und Begeisterung für die Medizin zu fördern und langfristig zu erhalten.